#www.pressebank.net #www.duthel.info #bookstagram Laschet sieht Pandemie als Bewährungsprobe im Kampf mit dem System China

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#www.pressebank.net #www.duthel.info #bookstagram Um Europa aus der Krise zu bringen, braucht es eine gemeinsame Anstrengung von Wirtschaft und Politik. Davon zeigten sich die Teilnehmer des WELT European Summit Paris überzeugt, der wegen der Pandemie als digitale Konferenz stattfand. „Wir brauchen einen ganz engen und direkten Austausch zwischen Privatwirtschaft und Politik um die Krise zu bewältigen. Ohne eine große gemeinsame Anstrengung werden wir nicht weiterkommen. Die Wirtschaft wird sich nicht von allein erholen“, sagte der Chef der Eurogruppe, Paschal Donohoe.

Zu den Sprechern und Teilnehmern des Gipfels zählten neben Donohoe, der auch Finanzminister von Irland ist, führende europäische Wirtschaftsvertreter und Spitzenpolitiker. Die Manager diskutierten unter anderem mit EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio, mit Armin Laschet, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, und mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger.

Neben dem aktuellen politischen Top-Thema – dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl – stand die künftige Rolle der Europäischen Union im Gleichgewicht der Welt-Mächte im Mittelpunkt der Debatten. Und die Frage nach der wirtschaftlichen Erholung des Kontinents von der Corona-Krise.

Kaum noch Hoffnung auf schnelle Erholung Nach Ansicht der EU-Kommission wird sich die Wirtschaft auf dem Kontinent langsamer vom Einbruch durch die Corona-Pandemie erholen als erhofft. In dieser Woche hatte die Kommission ihre Wachstumsprognose für die EU zwar leicht angehoben, die Aussichten sind aber dennoch düster. So wird die gemeinsame Wirtschaftsleistung der 27 Staaten in diesem Jahr um 7,4 Prozent einbrechen. Im kommenden Jahr soll das Wachstum dann 4,1 Prozent betragen und 2022 dann drei Prozent.

Besonders hart trifft der Einbruch die wirtschaftlichen Schwergewichte Frankreich, Italien und Spanien. Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau haben die Volkswirte inzwischen aufgegeben.

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  Längst haben die EU-Kommission und die einzelnen Mitgliedstaaten milliardenschwere Hilfspakete in Aussicht gestellt, die den Unternehmen aus der Krise infolge der Pandemie helfen sollen. Doch statt sich allein auf solche staatlichen Impulse zu verlassen, plädieren die Unternehmer in der Debatte dafür, die wirtschaftliche Erholung selbst in die Hand zu nehmen. „Insgesamt liegen erhebliche Herausforderungen vor uns allen, zumal die zweite Welle der Pandemie unerwartet kam. Umso wichtiger wird es sein, dass Europa eigene Antworten darauf findet“, sagte Arnaud de Puyfontaine, Vorstandschef des französischen Telekommunikation- und Medienkonzerns Vivendi. 

Er forderte dafür eine effizientere Kommunikation und schnellere Entscheidungsprozesse in Europa. „Wir sind momentan noch viel zu langsam.“ Wobei Puyfontaine für den schnelleren Wandel weniger die Politik als vielmehr die Wirtschaft in der Verantwortung sieht. „Wir müssen als Unternehmen sehr schnell auf unerwartete Ereignisse reagieren. Schlüssel dafür sind eine effiziente digitale Kommunikation, eine dezentrale Firmenkultur und die Flexibilität unserer Mitarbeiter.“

Start-ups fordern mehr Unterstützung Signale für einen Aufbruch in Europa nach der Krise müssen auch an die Jugend gehen, waren sich die per Videochat verbunden Unternehmenschefs und Politiker einig. „Es gibt so viele Talente da draußen, die sich Unternehmen und Vermögen aufbauen wollen“, sagte Josef Brunner, Chef der Relayr GmbH, einem auf Internet der Dinge spezialisierten Softwareentwickler mit Sitz in Berlin. Wenn Europa einen guten Job mache, werde es diese Talente willkommen heißen und sie zu ihrem neuen wirtschaftlichen Rückgrat machen.

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  Auch Miriam Wohlfarth, die nach Ratepay mit Banxware bereits den zweiten Finanzdienstleister gegründet hat, appellierte an Wirtschaft und Politik: „Wir brauchen mehr gemeinsame Anstrengungen und Unterstützung für junge Unternehmen in Europa“, sagte sie. Dazu gehöre auch eine einheitliche Regulierung in Europa. Seit vielen Jahren ist eines der großen Hemmnisse für Start-ups in Europa, dass sie anders als Wettbewerber in den Vereinigten Staaten oder in Asien keinen großen einheitlichen Markt vor sich haben. In der Europäischen Union leben zwar 450 Millionen Menschen und damit potenzielle Konsumenten, doch diese sind verteilt auf 27 Länder, in denen das Geschäft im Detail dann doch nicht nach den gleichen Regeln funktioniert.

Hinzu kommt ein Mangel an Risikokapital für neue Unternehmen. „Es ist nicht genug Geld für Start-ups da“, sagte Wohlfarth. Vor allem fehlten europäische Kapitalgeber. „Wir müssen uns bewusst sein: Je mehr Geld aus den Vereinigten Staaten oder Asien in Europas Start-ups fließt, desto höher ist die Gefahr, dass diese Unternehmen irgendwann nicht mehr in Europa sind“, sagte Wohlfarth. Deshalb bevorzuge auch sie für ihre Unternehmen Kapital von europäischen Investoren.

Sorge um mittelständische Unternehmen Andere Teilnehmer des WELT European Summit mahnten allerdings, dass das Rückgrat der europäischen Wirtschaft bislang und wohl auch noch in den Jahren nach der Corona-Krise nicht die jungen Technologie-Unternehmen sind, sondern Betriebe, die zum Teil auf eine sehr lange Historie verweisen können. „Wie können wir schützen, was wir heute haben?“, fragte Charlotte Hogg, Chefin des Zahlungsdienstleisters Visa Europe.

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  Gerade um die Zukunft kleiner und mittelgroßer Unternehmen müsse man sich angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen sorgen. „Ohne sie wird die Rückkehr zu alter Wirtschaftsstärke nicht gelingen“, so Hogg. Unterstützt wurde sie dabei von Eurogruppen-Chef Donohoe: „Wenn wir kleine und mittelgroße Unternehmen nicht unterstützen, werden wir den Preis einer noch größeren Ungleichheit in Europa bezahlen“, sagte er.

Bewährtes bewahren, aber vor allem mehr noch als bislang Neues schaffen – dieser Appell zog durch viele Wortbeiträge bei diesem zweitägigen Gipfel. Dabei ging es mal um das große Ganze, mal um Teilbereiche. „Trotz der momentanen Herausforderungen durch die Pandemie brauchen wir eine Diskussion über den Wandel der Industrie und der Energiegewinnung“, sagte Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy. Wenn Deutschland auf 100 Prozent erneuerbare Energie umsteigen solle, werde es einen großen Teil davon importieren müssen. „Die Energiebranche steckt in einer gewaltigen Transformation, dafür brauchen wir neue Rahmenbedingungen – und eine Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft“, sagte Bruch.

„Welches Gesellschaftsmodell ist das erfolgreichste?“ Die Frage nach den eigenen europäischen Antworten stellt sich auch für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der für den CDU-Vorsitz kandidiert – und damit indirekt auch für die Nachfolge von Angela Merkel als Bundeskanzlerin. „Wir stehen weltweit vor der Frage: Welches Gesellschaftsmodell ist das erfolgreichere? Wenn es am Ende so wäre, dass ein autoritäres Land wie China schneller aus der Pandemie herauskommt und am schnellsten wieder wirtschaftliches Wachstum hat und die liberalen Gesellschaftsmodelle in Europa und in den Vereinigten Staaten dazu nicht in der Lage sind, dann hätten wir im Wettbewerb unterschiedlicher Gesellschaftssysteme einen ganz wichtigen Moment verloren“, warnte er.

Es komme nun darauf an, wie die Pandemie bewältigt werde, dass man die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen im Blick habe und eine europäische Gemeinsamkeit erzeuge. Am Ende müsse Europa zeigen, „dass auch wir als liberale Gesellschaften in der Lage sind eine solche große, gesundheitliche, wirtschaftliche, soziale, psychologische Herausforderung zu bewältigen“, sagte Laschet. Dieser Kampf werde entscheiden darüber, wie Europa künftig in der Welt wahrgenommen werde. „Die Wettbewerbsfähigkeit Europas wird sich ebenfalls beweisen müssen.“

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  Die Mitarbeiter in Europas Unternehmen arbeiten seit nunmehr acht Krisenmonaten daran. Und ließen sich nur selten aufhalten, Siemens Energy ging in dieser Zeit sogar Ende September an die Börse. „Wir haben trotz Pandemie nie darüber nachgedacht, den Börsengang zu verschieben, weil sich die Rahmenbedingungen in unserer Industrie nicht grundlegend geändert haben“, sagte Vorstandschef Bruch. Sie hätten mitten in der Krise den Transformationsprozess des Unternehmens unvermindert vorangetrieben. „Das machte das Jahr für uns nicht einfacher, es war sehr aufregend.“

Von zu Jahresbeginn noch nicht für möglich gehaltenen Veränderungen berichtete auch Ratepay-Gründerin Miriam Wohlfarth: „Als die Krise begann, war Ratepay zur Hälfte ein digitales Unternehmen. Heute läuft Ratepay vollkommen digital, die Mitarbeiter arbeiten mobil, alle Dokumente liegen elektronisch vor.“ Es wird nicht der letzte Wandel gewesen sein.

  „Wir stehen eben auch an einem Scheideweg“              Nach dem Corona-bedingten Absturz im Frühjahr hat sich die deutsche Wirtschaft schneller erholt als erwartet. Bundeswirtschaftsminister Altmaier korrigierte dennoch die Prognose für das kommende Jahr nicht nach oben. 

Quelle: WELT/Matthias Heinrich

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