#www.duthel.info #bookstagram G20 will für gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen sorgen

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Angela Merkel bei einer Pressekonferenz nach dem Videogipfel der G20: »Deutschland hat selten nichts gemacht. Aber Deutschland kann auch nicht allein die internationale Allianz aufrechterhalten.«

Foto: Christian Thiel / imago images/Christian Thiel

Die führenden Wirtschaftsmächte wollen gemeinsam für eine gerechte Verteilung von erschwinglichen Corona-Impfstoffen auf der ganzen Welt sorgen. In der Abschlusserklärung ihres G20-Gipfels nahmen sie sich außerdem vor, alles zu unternehmen, um die schwer angeschlagene Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie war das Hauptthema des zweitägigen Videogipfels unter Leitung Saudi-Arabiens. Das Virus hat sich in fast alle Länder der Welt ausgebreitet und weltweit fast 1,4 Millionen Menschen das Leben gekostet. Es wird aber erwartet, dass spätestens um den Jahreswechsel mit der Verteilung von Impfstoffen begonnen werden kann.

Die G20 trat mit ihrer Abschlusserklärung Befürchtungen entgegen, dass arme Länder dabei stark benachteiligt werden könnten. »Wir werden keine Mühe scheuen, um einen bezahlbaren und gerechten Zugang für alle Menschen sicherzustellen«, heißt es darin.

Merkel beunruhigt über ausbleibende Impfstoffverhandlungen für ärmere LänderDie Gruppe verpflichtete sich auch, die finanziellen Mittel für die internationale Initiative zur Verteilung von Impfstoffen (Covax) zu stellen. Deutschland beteilige sich daran mit mehr als einer halben Milliarde Euro, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es fehlen bis Ende 2021 aber noch sechs Milliarden US-Dollar (5,1 Milliarden Euro). Merkel zeigte sich bereit, noch mehr zu tun, nahm aber auch andere Länder in die Pflicht: »Deutschland hat selten nichts gemacht. Aber Deutschland kann auch nicht allein die internationale Allianz aufrechterhalten.«

Sie forderte, dass die internationale Impfstoffallianz Covax sofort Verhandlungen mit Corona-Impfstoffstellern aufnimmt. »Es beunruhigt mich, dass es keine Verhandlungen gibt«, sagte Merkel. Die EU und die USA seien schon weit fortgeschritten, sich Impfstoffe für ihre Bevölkerungen zu sichern. Aber die G20-Initiative Covax sei noch nicht so weit.

Pandemiebekämpfung ist Schlüssel für wirtschaftlichen AufschwungIn der Abschlusserklärung wird die Pandemiebekämpfung als Schlüssel für den wirtschaftlichen Aufschwung genannt. Armen Ländern werden weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. Im nächsten Jahr werde überprüft, ob die wirtschaftliche und finanzielle Lage eine Verlängerung der bislang bis Juni 2021 vereinbarten Stundung der Rückzahlung um sechs Monate erfordert.

EU-Ratspräsident Charles Michel schlug einen weltweiten Vertrag zur Bekämpfung künftiger Pandemien vor. Die internationale Zusammenarbeit soll darin unter Einbeziehung aller Organisationen der Vereinten Nationen fest vereinbart werden, um schneller und koordinierter reagieren zu können. Merkel unterstützte den Vorschlag.

US-Präsident Donald Trump, der die letzten G20-Gipfeltreffen mit teils skurrilen Auftritten bestimmt hatte, zeigte an der Videokonferenz nur mäßiges Interesse. Während der Auftaktsitzung twitterte er Wahlbetrugsvorwürfe. Dann verließ er die Veranstaltung frühzeitig und ging golfen. Und auch bei der Abschlusssitzung am Sonntag ließ er sich von einem Berater vertreten. Beim Thema Klimaschutz nutzte Trump seine öffentliche Videobotschaft dazu, das Pariser Abkommen zu attackieren, aus dem die USA unter Trump als einziges Land wieder ausgestiegen waren.

Scholz spottet über TrumpBundesfinanzminister Olaf Scholz konnte sich eine Spitze gegen Trump auf der Abschlusspressekonferenz mit Merkel nicht verkneifen. »Ein Teilnehmer hat auch noch mal die Gelegenheit genommen, seine eigene Großartigkeit zu schildern«, sagte er. Der SPD-Politiker nannte Trump zwar nicht beim Namen. Aber jeder wusste, wer gemeint war.

Nachdem Trump die Wahl am 3. November gegen den Demokraten Joe Biden verloren hat, soll er am 20. Januar als US-Präsident abgelöst werden. Biden hat bereits angekündigt, dem Klimaabkommen wieder beitreten zu wollen.

Merkel betonte, dass die Europäische Union Biden ein Angebot für eine Wiederbelebung der transatlantischen Partnerschaft machen wolle. »Da wird das Thema Klimaschutz eine große Bedeutung haben.«

Am 1. Dezember übernimmt Italien die G20-Präsidentschaft von Saudi-Arabien. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte den nächsten Gipfel für Ende Oktober an – dann vielleicht ja auch wieder physisch.

Icon: Der Spiegel

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