#www.duthel.info #bookstagram Corona-Krise in New York: Überlebenskampf der Restaurants

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New York ist der Inbegriff der pulsierenden Großstadt – doch in Corona-Zeiten hat sie einiges an Strahlkraft eingebüßt. Kaum jemand geht abends aus – zum Leidwesen der vielen Restaurants.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

“I did it!” – Er hat es getan. Vincent Lin ist seiner Leidenschaft gefolgt. Glücklich steht er hinter der Bar seines brandneuen Restaurants im Herzen von Manhattan. “Meine Leidenschaft sind nicht Restaurants, sondern Business. Ich will Risiken eingehen”, sagt der 28-Jährige – und größer hätte das Risiko kaum sein können: ein Restaurant mitten in Manhattan, in Zeiten der Pandemie. 

Kaum irgendwo gehen so viele Lokale pleite wie hier. Erst recht in Midtown: Bis März noch eine pulsierende Traumlage, liegt das “Blue Willow” nun zwischen zwei Problemzonen. “Auf der 5th Avenue haben wir die Touristen verloren, und auf der 6th Avenue die ganzen Büroangestellten”, erklärt Lin.

Berühmte Lokale fallen Corona zum Opfer
Mehr als 1300 Lokale haben im “Big Apple” seit März für immer dicht gemacht. Der lange Lockdown, der Umzug der Firmen ins Homeoffice und Millionen fehlende Touristen haben sie kaputt gemacht. Das “Boat House” im Central Park, Kulisse für Kinofilme wie “Harry und Sally”. Oder das Steakhouse Smith & Wollensky, auch bekannt durch seinen Auftritt in “American Psycho”.

Vincent Lin setzt in seinem Restaurant bewusst auf ein eigenes Thema: “Das soll hier wirken wie in Shanghai in den 1920ern. Diese Zeit war sehr romantisch. Das versuchen wir hier auszustrahlen.” Möbel wie aus den Golden Twenties, eine beleuchtete Spiegelbar. Kein Lokal wie in Chinatown. Der Sohn chinesischer Einwanderer setzt auf neue Akzente und ein neues Publikum: “Ästhetik! Hier sieht alles gut aus. Du kannst gute Instagram-Fotos machen. Wir haben tolle Cocktails an der Bar.”

Fester Glauben an den Glanz der Stadt
Den Mietvertrag hatte er im Februar unterzeichnet – und im April noch einmal gezögert. Doch heute sei er sicherer denn je, sagt Lin. “Sehen wir es positiv: Wenn andere Restaurants schließen, haben wir weniger Konkurrenz. Und wir bekommen vielleicht bessere Mietbedingungen, weil so viel leer steht.” Nach der isolierten Zeit sehnten sich die meisten New Yorker nach Orten wie diesen, an denen sie sich wohlfühlen und nicht alleine sind. “Es sind die Menschen, die New York zusammenhalten”, meint Lin. Damit könne die Stadt alles überwinden, ist er sich sicher.

Tatsächlich waren die ersten vier Wochen gar nicht so schlecht. Der Geschäftsmann weiß: Momentan sei nicht der Zeitpunkt, Geld zu machen – das sei später dran, wenn die Stadt wieder hochkomme. Und dass sie das tut, davon ist er überzeugt: “Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, der wiederkommt – und zwar doppelt so stark wie vorher – dann ist das New York City!”

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