Unehelich – Irlands geächtete Kinder | WELTjournal+ vom 10. Juni 2020

Unehelich geboren zu sein galt im katholischen Irland lange Zeit als Schande. Bis in die jüngere Vergangenheit wurden uneheliche Kinder geächtet, oftmals ihren Müttern weggenommen und in kirchlichen Heimen untergebracht. Vor einigen Jahren wurde in der irischen Kleinstadt Tuam auf dem Grund eines ehemaligen katholischen Kinderheims ein Massengrab entdeckt: Fast 800 Babys und Kleinkinder sind darin bestattet – heimlich begraben von Nonnen, die das Heim bis 1961 betrieben. Die meisten Kinder waren infolge von Misshandlung und Vernachlässigung gestorben, viele schlichtweg verhungert. Der Skandal wirft ein Schlaglicht auf den jahrzehntelangen menschenverachtenden Umgang der irischen Kirche mit Frauen, die unverheiratet schwanger wurden. Zehntausende Mädchen und Frauen wurden deswegen verfolgt, eingesperrt und zu unbezahlter Strafarbeit gezwungen.
„WELTjournal +“ begibt sich auf Spurensuche nach Irland und rollt mit Historikerinnen und Historikern, Zeuginnen und Zeugen, Überlebenden und Angehörigen der Opfer die Hintergründe einer grausamen Geschichte von Scheinmoral und Unbarmherzigkeit auf, in der die katholische Kirche eine unrühmliche Rolle spielt.

23:05, ORF 2

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