Missbrauch in der Kirche: Zwei Opfer erzählen, wie sie damit Leben

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz meldeten sich im Erzbistum Bamberg Opfer, die in den 1970er-Jahren von einem Priester missbraucht worden sein sollen. Einer von ihnen ist heute selbst Geistlicher.

Bamberg in den 1970er Jahren: Ein katholischer Jugendverband und ein Priester, der als offen und modern gilt. Er legt viel Wert auf Sport und ein enges Verhältnis zu den Jugendlichen, die jeden Freitagabend zu den Treffen kommen. So wie Thomas (Name geändert), der sich an das gemeinsame Duschen nach dem Sport erinnert.
Thomas ist heute fast 60 Jahre alt. Er hat all das lange verdrängt, aber nicht vergessen. Als die katholische Kirche 2008 in Bamberg und 2010 in ganz Deutschland von dem Missbrauchsskandal erschüttert wurde, kommt die Erinnerung wieder. “Ich habe mit dem Missbrauchsbeauftragten Kontakt aufgenommen”, erzählt Thomas. “Der hat mich gleich zur Staatsanwaltschaft geschickt und gesagt: Das hat zwar keine Chance mehr, dass das zu einer Verhandlung kommt, aber es ist wichtig, dass das zu den Akten kommt und protokolliert wird.” Die Tat war bereits verjährt, außerdem war der Priester inzwischen verstorben.

Missbrauchsstudie reißt alte Wunden auf
Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie vor einem Monat melden sich wieder Betroffene aus der alten Jugendgruppe. In geschlossenen Facebook-Gruppen wird der Fall diskutiert. Das Erzbistum Bamberg hat vor zwei Wochen mögliche Opfer aufgefordert, sich zu melden. “Wir wollen Aufklärung. Wir wollen, dass alle Fälle schonungslos offengelegt werden”, sagt Bistumssprecher Harry Luck. Das Bistum sei gesprächsbereit.

400 bis 500 mögliche Opfer
Thomas schätzt im Interview mit dem BR Magazin “Stationen” die Zahl der möglichen Opfer auf 400 bis 500 Personen. Doch längst nicht alle wollen darüber sprechen. “Vor acht Jahren habe ich Bekannte gebeten, mich zu unterstützen, auch Anzeige zu erstatten”, sagt Thomas. “Lasst die Toten ruhen”, sei oft die Antwort gewesen. “Da sind auch Freundschaften zerbrochen, an dieser Nicht-Unterstützung.”

Thomas will keine Ruhe geben. Das mag auch an seinem Beruf liegen. Er ist selbst Priester geworden und als solcher vertritt er eine Institution, die Missbrauchstäter in der Vergangenheit immer wieder geschützt und sich zu wenig um die Opfer gekümmert hat. Der Präses des Jugendverbandes starb Mitte der 2000er Jahre als angesehene Persönlichkeit. Er habe hunderte von Jugendlichen in ihrem Entwicklungsprozess gefördert, heißt es im Nachruf. Und er habe sie ermutigt, nicht zu schweigen.

Nach der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz meldeten sich im Erzbistum Bamberg Opfer, die in den 1970er-Jahren von einem Priester missbraucht worden sein sollen. Einer von ihnen ist heute selbst Geistlicher.
Bayerischer Rundfunk:
Autor: Christian Wölfel

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20 thoughts on “Missbrauch in der Kirche: Zwei Opfer erzählen, wie sie damit Leben

  1. Wenn Pädophile Priester werden
    Können sie ihre Vorlieben ausleben ohne Bestraft zu werden. Praktisch.
    Das sollte man sich ans Herz legen
    Bevor man zur nächsten Beichte geht.

  2. wenn religiöse unterweisung vor dem 14. jahr, wie schon schopenhauer empfahl, unterbunden würde, wäre mit dem
    ganzen spuk schon längst schluss.
    letzten endes sind es die katholischen elternhäuser die
    den priestern die kinder ausliefern.

  3. Warum wird der Hosenanzug nicht in einer Zwangsjacke aus dem Bundestag verhaftet wegen dem Asylmissbrauch ? Antwort: weil Staatsanwälte in der jetzigen Zeit nicht dazu berechtigt sind.

  4. Homosexualität wird in der Kirche als Totsünde bezeichnet. Bei sich selbst sieht die Kirche das ganz human…..Da wird ein "empathischer Umgang mit den Opfern" angemahnt, was geschieht ist Verhöhnung und Abwertung. Wie auch sollte es anders sein? Mit Empathie hat sich die Kirche noch nie hervorgetan. Es ist eine Institution, die der Machtausübung dient.
    Oper bekommen noch eine "finanzielle Anerkennung", darüber hinaus geschieht nichts. Und ein paar Tausend Euro bezahlt die Kirche aus Steuergeldern, also die Opfer bezahlen es sich gewissermaßen selbst. Welch eine Verhöhnung.

  5. KIRSCHEN SIND UNHEILIGE GRAUSAME DRECKIGE ORTE🤧😡 Es bricht mihr das herz wo ich es zum 1 mall hörte drotzdem gibs eltern die ihre kinder als messdiener arbeiten lassen meine cousine auch sie ist jetz 14 jahre

  6. Wer im Jahr 2020 noch nicht aus der Kirche ausgetreten ist & freiwillig 8% mehr Lohnsteuer in Form von Kirchensteuer bezahlt dem ist nicht mehr zu helfen. Ist als würde man einen Tag im Monat für die Kirche arbeiten. Hochgerechnet arbeitet man über 1 Jahr seines Lebens für die Kirche wenn man dauerhaft Mitglied ist

  7. Sexueller Missbrauch passiert nicht nur in der Kirche und es ist sicher kein Markenzeichen der katholischen Kirche, täglich haben wir sexuellen Missbrauch durch Zuwanderer in der Öffentlichkeit ,nur darüber diskutiert man nicht

  8. Ich hätte eine ideale Strafe für die Verantwortlichen: Bis ans Lebensende die Serie Popetown und das Leben des Brian anschauen zu müssen.

  9. Vertrauen, Barmherzigkeit, Treue, soll das Fundament dieser christlichen Gemeinschaft sein? Ich gehöre nicht mehr dazu.Den mit gegangen mit gegangen!!

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