Grundeinkommen: «Freies Geld für alle?» Philipp Blom im Gespräch mit Daniel Häni, Burgtheater Wien

Carte Blanche: Freies Geld für alle? Philipp Blom im Gespräch mit Daniel Häni Aufzeichnung vom Freitag 11. März 2016 im Kasino des Burgtheaters Wien Ein …

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11 thoughts on “Grundeinkommen: «Freies Geld für alle?» Philipp Blom im Gespräch mit Daniel Häni, Burgtheater Wien

  1. Junge Junge, also der Herr Blom reitet immer auf der selben Frage herum. Man merkt, dass er nicht gut vorbereitet ist, was die Fragen angeht. Ab ~40:00 wirds wirklich anstrengend zu gucken

  2. irgendwann kommen wir wohl gar nicht mehr dran vorbei..
    das topargument für sozioökonomen ist wohl, dass die besitzenden dann nur noch zu attraktiven löhnen arbeiter finden werden. dazu kein druck und keine existenzangst mehr.. worauf warten wir?

  3. Sehr geehrter Herr Daniel Häni. Wir sind eine Gruppe, die ein bedingungslosen finanziellen Freiraum für Menschen in aller Welt schaffen und dafür bereits ein Projekt realisieren. Um das zu realisieren benötigen wir keine Behörden zu überzeugen. Ich möchte Sie darüber informieren, wie einfach und neutral man es schaffen kann. Ich bin mir sicher, dass Sie das Projekt absolut interessant finden werden. Unsere Absicht ist, Multiplikatoren aufzuzeigen, dass es viel einfacher geht, als man sich das vorstellt. Bitte rufen Sie mich an unter 0177-6606616 oder skype koblenz06

  4. Bis jetzt hat keiner von beiden das FUNDAMENTALE Problem auch nur erwähnt: Solange wir im Kapitalismus leben, werde ich als Individuum von einem Unternehmer ausgebeutet, damit der Unternehmer sein Kapital akkumuliert. D.h. der Unternehmer/Kapitalist benutzt meine Arbeitskraft, um selbst Profite zu erwirtschaften, während er mir nur einen kleinen Teil auszahlt. Deshalb werden Güter nicht nach den Bedürfnissen der Menschen produziert, sondern nach Profiten im ständigen Konkurrenzkampf. Solange diese Ideologie nicht geändert wird, sprich dass die Arbeiter selbst demokratisch über die Produktionsmittel verfügen und nicht nach Profite sondern den Bedürfnissen der Menschen produzieren, solange hilft mir das Grundeinkommen auch nicht. Nicht, dass man mich falsch versteht, ich bin ein GROßER Befürworter des Grundeinkommens und ganz großer Fan des Herrn Häni, aber nur durch die Überwindung des Kapitalismus kommen wir dem Lösen wahrer Probleme nahe. Das Grundeinkommen ist nur der erste Schritt in die vielleicht richtige Richtung…

  5. Daniel Häni: einfach grossartig!!!
    Die Frage zum Neid. Ich denke, dass es weniger Neid geben würde, oder zumindest milderen Neid, wenn jeder das tun würde was ihn wirklich befriedigt. Denn dann müssten wir diese Produkte, auf die man neidisch sein kann, gar nicht aus Frustration konsumieren…

  6. Die Stelle ab 21:50 ist irgendwie genial :-). Das geht es um eine wirklich wichtige Frage, welche die Schweizer am Abstimmungstag beantworten dürfen.
    Hochachtung für die ruhige, gelassene Art der Redeführung.

  7. Um das BGE und die kontroverse und überwiegend kritisch-ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit einordnen zu können, ist es mE hilfreich zu fokussieren, dass es sich dabei um eine Utopie handelt.
    "Utopie" bedeutet erstens, dass von ihr grundsätzliche und aktuell nicht zur Disposition stehende Annahmen und Gegebenheiten hinterfragt und möglicherweise modifiziert oder ersetzt werden. "Utopie" bedeutet zweitens, dass sich ihre Rechtfertigung dementsprechend (zumindest teilweise) nicht auf ebendiese Annahmen und die immanente Logik des Bestehenden stützt, sondern sich vom common sense explizit distanzieren MUSS, um eine Alternative aufzeigen zu können.
    Die Utopie als solche hat heutzutage einen schweren Stand, "utopisch" steht synonym für nicht realisierbar, ideologisch und Mangel an Kompetenz. Auch lässt sich jedes gescheiterte (gesellschafts-)politische Projekt der Vergangenheit (es gibt auch gelungene, btw) leicht als allgemeingültiger Nachweis für die generelle Untauglichkeit utopischer Ansätze interpretieren.
    Bezeichnend ist, dass heute Kritik oft allein deswegen diskreditiert wird, weil der Kritiker kein überzeugendes Patentrezept zur Lösung mitliefert. Ohne nachgewiesene (!) Wirksamkeit keine Bereitschaft zur Aktivität.
    Das weltweite Modell der liberalisierten kapitalistischen Marktwirtschaft unterscheidet sich von anderen denkbaren Modellen durch die grundsätzliche Abwesenheit utopischer Elemente. Statt einer Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Zielvorstellungen gibt es nur eine Richtung (mehr Wohlstand) und eine Methode (Wachstum und Effizienz durch Investitions- und Renditekultur). Dass die Entscheider des Wirtschaftsgeschehens die Wirtschaft längst für ihren eigenen Wohlstandszuwachs instrumentalisiert haben und die breite Bevölkerung, der die Wirtschaft eigentlich dienlich sein sollte, zu arbeitendem und konsumierendem Monopoly-Spielmaterial degradiert haben, ist nicht nur systemlogisch, sondern auch dem Mangel an expliziten Zielvorstellungen geschuldet. Ich sehe da auf jeden Fall ein grundsätzliches Utopiedefizit.
    Noam Chomsky stellte ein "propaganda model" auf, das vereinfacht gesagt jeglicher öffentlichen Diskussion einen "Meinungskorridor" attestiert. Gemeint ist, dass medial definiert eine gewisse Bandbreite an Standpunkten als zulässig, seriös und damit legitim gesehen wird, jeglicher Standpunkt ausserhalb dieses Korridors jedoch als extrem und grundsätzlich keiner inhaltlichen Auseinandersetzung würdig gelabelt wird. Während zwischen den Standpunkten innerhalb des Korridors eine aufrichtig kontroverse und konstruktive Auseinandersetzung stattfinden kann, wird die pauschale Absage an den Rest vom Großteil der Diskussionsaktiven unhinterfragt übernommen.
    Ich bin der Meinung, utopische Denkansätze fallen heutzutage fast automatisch in den Bereich ausserhalb des jeweiligen Korridors. In diesem Sinne sehe ich den schweren Stand der BGE-Idee auch einer Diskussionslandschaft geschuldet, die größtenteils gar nicht die Bereitschaft mitbringt, sich mit so ein Modell ergebnisoffen auseinanderzusetzen.

    Stimmen sie mir zu, oder widersprechen sie mir. Aber bitte, denken sie darüber nach 😉

  8. Ich finde die Diskussion verfehlt, da das Ökonomische einfach mit dem Hinweis beiseite geschafft wurde, dass alle wirtschaftlichen Fragen ja nur eine Untermenge von ethischen Fragen sind.
    Ich würde sagen, einige wirtschaftlichen Fragen sind ethische Fragen. Viele Ökonomen würden auch sagen, dass keine ökonomischen Fragen, ethische Fragen sind. Ökonomie ist eine Wissenschaft und als solche wertfrei.
    Ich möchte auch eine Welt ohne Gewalt, Neid, Kriege, Hunger, Negativität, Mangel, Kopfweh und schlechtem Sex. Dennoch ist die Realität, dass es alle diese Dinge gibt, und die können wir nicht einfach wegzaubern mit einem Fingerknipsen. Um das zu verdeutlichen kann man auch darüber abstimmen lassen, dass es Vanillecrème regnen soll: Auch wenn sich eine Mehrheit dafür finden lässt, ist es nicht machbar. Man wird dann natürlich wie in der früheren Sowjetunion probieren tatsächlich Vanillecrème regnen zu lassen mit Flugzeugen und Veränderung der Atmossphäre: Man wird feststellen, dass es sich nicht bewerkstelligen lässt und die Kosten des Systems sehr hoch sind. Das wird soweit kommen, bis das System in sich zusammenbricht und ein neues Land mit wieder normalem Regen eingeführt wird.

  9. Dieses Gespräch wurde hochgeladen, da es einen äusserts schwachen Moderator beinhaltet: Häni kann das Gespräch beliebig steuern und den Moderator mit Gegenfragen zu Zugeständnissen zwingen. Ein besser vorbereiteter Moderator à la Jonas Projer oder Nikolaus Blome wird Häni harte Fragen stellen, aus denen er sich nich so einfach winden kann.
    Es bleibt zu hoffen, dass wieder vermehrt "unbiased journalists" diese Diskussion führen werden, die etwas krtischer sind als Philipp Blorn.

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