Gerald Hüther über Wissenschaft, Grundeinkommen, Demokratie und die Würde des Menschen

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30 thoughts on “Gerald Hüther über Wissenschaft, Grundeinkommen, Demokratie und die Würde des Menschen

  1. Autonome emotionale Empathie. Das ist das, wo mir sofort Gerald Hüther einfällt. Problem ist, dass das Fremdworte sind. Frei und Selbstbestimmt, Gefühlsleben bezogenes Einfühlungsvermögen, bzw wie möchte man selber gerne behandelt werden. Nur damit kann gesundes Gemeinschaftsleben funktionieren und zusammen mit dem Landbau (bzw veganem Leben) zum Natureinklang in richtiger weise gefunden werden. (Fundament für menschliche Seele: Psychologie und Landbau). Vertrauensvolles Wohlgefühl schaffen, Rücksichtsfähig sein. Ich danke Gerald Hüther, dass ich so entscheidend wichtiges erfahren zu können und dem so angenehm wirkenden und gute fragen stellenden Interviewer.

  2. Schön, wenn man Zeit hätte auf dem Sofa zu sitzen, endlos zu philosophieren, sich zu ent-wickeln. Doch die Miete muss bezahlt werden, das neue umweltfreundliche Vehikel, mit dem man sich in jene Abhängigkeit begibt, in die man sich begeben muss, damit man über den Mindestlebensbedarf hinaus noch monetäre Mittel dazu hat, Ideen zu folgen, die einen "berühren" oder "bewegen".. . Eine Welt, in der man nicht alles schnell und richtig machen muss. Ein schöner Traum.

  3. ach der Hüther, auch einer von DENEN, die erst vom System sehr gut profitiert haben, um es dann, weil gerade on vogue , mit Füssen zu treten. Hat er sich nicht wissentlich und willens genau für dieses System entschieden? und nun tritt er es mit Füßen? ja wat denn nun? so unglaubhaft für mich, dieser Mensch. Ironie und Sarkasmus Ende

  4. Was hilft alles Wissen, wenn man nicht kann?
    Wissenschaft ohne Könnenschaft ist noch nicht mal eine halbe Sache.
    Ich bin (schon ca. 40 Jahre Könnenschaftler.
    Gerald Hüther offensichtlich auch.
    Wenn sich mir jemand als Vertreter der herrschenden Wissenschaft vorstellte, fragte ich immer: "Und womit kannst du dienen?"
    Was wir beherrschen wollen, müssen wir erst einmal bedienen lernen.
    Unsere Wissenschaftler sind meist noch nicht einmal Müssenschaftler.
    Fein, dass es auch andere gibt!
    Franz Josef Neffe

  5. 44:15 "Alle, die die Welt versauen, sind ja die, die sich was gönnen müssen." Gerald Hüther meint die , die dem Konsumismus hoffnungslos verfallen sind.
    Aber wer bringt die Menschen in solch eine Objekt-Situation ? Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft mit klaren Herrschaftsstrukturen, wo die plutokratischen "Eliten" – Profiteure als Eigentümer von Superreichtum – ein Interesse an Konsumismus haben – natürlich ökonomisch wegen exponentiellem Wachstum, koste es was es wolle – aber gleichzeitig auch, damit die Menschen nicht lernen, ihre eigenen echten Interessen wahrzunehmen, nämlich ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen:
    ein Teilprojekt des sogenannten Neoliberalismus.
    Es sind die Kräfte im Zentrum der Macht, die genau diese Entwicklung lange vorbereitet lassen haben in "Think Tanks" – wie z.B. die Bertelsmannstiftung – und andernorts, es ständig weiter realisieren lassen, und dazu gehört auch der Bologna Prozess in Hochschulen, Pisa in den Schulen, und andere Manipulations-, Steuerungs- und Infatilisierungstechniken in den Sozialisationsinstanzen und Massenmedien.
    Es geht also um Macht- und Systemstabilisierung: Wir müssen auch wissen, wo unsere Gegner stehen.

  6. Super, dass der Moderator nicht immer gleich dazwischen spricht, sondern Hüther einfach mal in aller Ruhe gedanklich “laufen lässt”. So kommen in relativ kurzer Zeit ja doch sehr viele, sehr grundsätzliche Erkenntnisse im Zusammenhang zur Sprache, weil Hüther mit zunehmender eigener Erkenntnis ja auch die Dinge immer mehr auf den Punkt zu bringen vermag. Auch die Gedanken und Gegenfragen des Moderators sind sehr klug. Sehr gelungen das Ganze!

  7. Durch das bedingungslose Grundeinkommen würde sich die gesellschaftliche Klimatik ändern, die Menschen würden entspannter und stünden eben nicht mehr in der dauernden Existenzangst. Das setzte bei jedem Menschen Kräfte frei. Sollen die, die das vielleicht sogar brauchen, ruhig einige Jahre auf der faulen Haut liegen. Das ist unwichtig. Kein MIlliardär hat seine Milliarden durch fleißiges Arbeiten erworben. Und genau die Milliardäre sind das Problem in unserer Welt. Das Geldsystem und vor allem die Bewertung von Geld müssen sich ändern. Geld hat nämlich überhaupt keinen Eigenwert, eigentlich jedenfalls. In unserer Welt allerdings hat es den größten Wert an sich zugesprochen bekommen und kann sich aus sich selbst heraus exponentiell vermehren. Das zerstört das Leben und dafür war Geld nie gedacht. Schaffen wir es nicht, genau das zu ändern, werden wir in den größten Horror, in die Hölle auf Erden hineinschlittern. Unterwegs dahin sind wir schon mit Höchtsgeschwindigkeit.

  8. Herr Prof. Hüther spricht mir aus der Seele. Als durch meine Eltern(- beide in der Nachkriegszeit ausgebildete Lehrer) brutal auf rechts umgeschulte Linkshänderin habe ich als Kind die leidvolle Erfahrung gemacht, offenbar keinen eigenen Wert zu besitzen. Allein an der Erfüllung dieses mir gesteckten Erziehungs- und Dressurziels wurde ich gemessen; so wurde ich als Objekt ihres pädagogischen Ehrgeizes auf das Schreiben mit rechts "abgerichtet"(- Mit Stockschlägen auf die Fingerspitzen, usw.). Ergebnis: Meiner selbst willen fühlte ich mich jedenfalls nicht geliebt; als eigensinniges, "dickköpfiges" Subjekt war ich ihnen "suspekt". Jeder Widerspruch war zwecklos, man schämte sich für mich. Unter 3 rechtshändigen Schwestern war und blieb ich das widerspenstige "schwarze Schaf". Nur das Schreiben übte ich wohl oder übel mit rechts, alles andere tat ich weiterhin mit links. Dennoch strebte ich nach Anerkennung für meine Ideen und Leistungen, sei es in der Schule oder bei den Eltern. In der Schule hatte ich es dabei sogar viel leichter.
    Allerdings erfuhr ich bei meinen beiden jüngeren Schwestern stets Bewunderung für meine Spiel- und Bastelideen; später wurde ich Erzieherin und studierte noch Sozialpädagogik. Mein berufliches Ethos lag und liegt stets auf der Ermutigung der Kinder zur Selbstentfaltung, des Entdeckens/ Erforschens und des Begreifens mit allen Sinnen. Wertschätzung und Zutrauen fördert Selbstvertrauen. Inzwischen habe ich viel zum Thema Linkshändigkeit gelesen und weiß, dass die "Verteufelung" derselben eine lange Tradition hat, auch in der Kirchengeschichte. Zum Glück passiert diese Umschulung nicht mehr so systematisch wie früher, aber es gibt sie zuweilen auch heute noch. Als Hirnforscher dürfte Herr Prof. Hüther ahnen, wie schlimm sich ein solcher "Dressurakt" auf das Gehirn auswirken kann! Frau Dr. Johanna Barbara Sattlers Buch: "Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn" beschreibt das alles sehr eindrücklich.

  9. Das Interview war sehr gut. Mir gefiel die Art deiner Kamera Führung nur der Ton war etwas zu leise. Den könntest du unter umständen beim nächsten Interview anpassen. Lg

  10. wissenschaftlich, menschlich und herzergreifend. Ich bin mir sicher vor 1000 Jahren wäre er ein Prophet geworden. Er bringt alles extrem auf den Punkt. Das wesentliche ergreift jede Seele.

  11. Herr Hüther beschriebt sehr treffend die Folgen von etwas aus dem staatl. Schulsystem heraus, aus dessen Regeln.
    Denn diese von ihm dargestellten Verhaltensweisen der Kinder in diesem Schulsystem ist selbst ein Resultat des aus den Regeln des staatl. Schulsystems heraus entstehenden Konkurrenzkampfes, in dem die Bewertungen nur der Ausdruck als Instrument der Konkurrenz ist.
    Einen zusätzlichen dazu noch tieferen Einblick in dieses Schulsystem bietet ein Vortrag des Herrn Prof. Freerk Huisken.



    Sehr empfehlenswert.

  12. Ja, aber deswegen gleich mit Grundeinkommen zu kommen, scheint mir ein bisschen weit hergeholt. Die Menschen brauchen Strukturen und Aufgaben um zu wachsen. Ein BGE würde das alles zu Nichte machen, und die Menschen wären zu Hause faul auf dem Sofa liegend. So geht es nicht!

  13. Hüther ist ein selbsternannter Experte in Sachen Bildung wie Precht. Beide haben von Pädagogik so gut wie keine Ahnung, degradieren Schulen pauschal als Dressuranstalten und hetzen Eltern gegen Lehrer auf. Im Grunde Erfüllungsgehilfen von Think Tanks und Politikberatern wie der Bertelsmannstiftung haben sie neoliberale durch reformpädagogische Begriffe ersetzt, um die gleiche Sache besser verkaufen zu können. Sie predigen alten Wein in neuen Schläuchen. Seit den 70er Jahren haben offen- gelenkte und handlungsorientierte Ansätze des Lernens Einzug in Schulen und Lehrerausbildung gehalten. Unser Problem ist nicht, dass wir die Kinder nicht zur Selbstständigkeit erziehen, wie es Maria Montessori initiiert hat, sondern dass wir zu wenig Lehrer und Erzieher haben, jedes einzelne Kind dort abzuholen, wo es steht. Es ist unser täglich Brot, die Kinder individuell zu fördern, wo wir können. Wir brauchen nicht bessere Lehrer, sondern einen deutlich abgespeckten Rahmenplan und vor allem einen Personalschlüssel Lehrer/Schüler von 1:10. Dafür sollten sich Hüther und Co. einsetzen statt für projekt-und fächerübergreifendes Arbeiten, dass wir geschmähten Lehrer ohnehin praktizieren, und sogenannte "Lernbüros", bei denen jeder Schüler durch Inputs von oben alleine für sich arbeitet, um später dem Unternehmer als Humankapital zur Verfügung zu stehen. Herr Reza, ich schätze ihre journalistische Arbeit sehr und habe Ihren Kanal abboniert. Mein Rat zum Thema Schule: Weniger Neurobiologie und mehr bei der Praxis ansetzen und vor allem Vorsicht bei den Popstars als Heilsverkündern der Lernrevolution!

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