Duthel.info Erste Aktivisten melden: „Heil in der Grube angekommen“

Duthel.info Erste Aktivisten melden: „Heil in der Grube angekommen“

(Matthias Meisner und Alexander Fröhlich) Das Cottbuser Stadtparlament verabschiedete am Mittwoch mit breiter Unterstützung von Linkspartei bis AfD eine von der SPD initiierte Erklärung. Sie trägt die Überschrift „Kohlekompromiss umsetzen, Meinungen respektieren, gewaltfrei debattieren“. Es gab sieben Gegenstimmen und eine Enthaltung.„Gewalttätige und rechtswidrige Aktionen“, wie sie „Ende Gelände“ plane, würden der Lausitz keinen Schritt weiterhelfen und…

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(Matthias Meisner und Alexander Fröhlich)

Das Cottbuser Stadtparlament verabschiedete am Mittwoch mit breiter Unterstützung von Linkspartei bis AfD eine von der SPD initiierte Erklärung. Sie trägt die Überschrift „Kohlekompromiss umsetzen, Meinungen respektieren, gewaltfrei debattieren“. Es gab sieben Gegenstimmen und eine Enthaltung.

„Gewalttätige und rechtswidrige Aktionen“, wie sie „Ende Gelände“ plane, würden der Lausitz keinen Schritt weiterhelfen und sich „direkt gegen Zusammenhalt, Vernunft und Versorgungssicherheit“ richten, meint die Mehrheit der Stadtverordneten.

„Spaltung und Gewalt lehnen wir ab“, heißt es in dem Papier, dessen erster von der SPD erstellter Entwurf nach Diskussion in den Gremien der Stadt leicht entschärft wurde.

Lediglich innerhalb der Grünen gibt es Sympathien für die Aktivisten. Die Grüne Jugend ruft sogar ausdrücklich zur Teilnahme an den Protesten auf. Im Stadtparlament stimmten die Grünen geschlossen gegen die von der SPD initiierte Erklärung. Einseitige Wertungen würden polarisieren und zu weiteren Auseinandersetzungen führen. (Matthias Meisner, Alexander Fröhlich)


Aktivisten drücken Zaun nieder und rennen auf Gelände

Mehrere hundert Klimaaktivisten sind am Samstagmorgen in Tagebaue in der Lausitz und im Leipziger Braunkohlerevier eingedrungen. Ungefähr 400 Aktivisten rannten in den Tagebau Jänschwalde. Die Polizei versuchte, die Protestierer wieder hinauszubringen. Dabei kam es zu Rangeleien. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden, sagte Brandenburgs Polizeisprecher Torsten Herbst.


Auch am Tagebau Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig drückten die Protestierer einen Zaun nieder und rannten in das Gelände. Im Leipziger Revier hatten sich nach Angaben des Bündnisses „Ende Gelände“ 600 bis 800 Menschen versammelt.

Die Tagebaubetreiber Leag und Mibrag hatten zu Gewaltfreiheit aufgerufen und vor Gefahren beim Betreten der Tagebaue gewarnt. (dpa)


Das Lausitzer Kohlerevier

Zum Lausitzer Revier gehören vier Tagebaue: Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie Nochten und Reichwalde in Sachsen. Tagebaubetreiber ist das Energieunternehmen Leag. Die Tagebaue der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) fördern jedes Jahr rund 60 Millionen Tonnen Braunkohle. Das ist gut ein Drittel der Gesamtfördermenge in Deutschland. (dpa)


„Ende Gelände“: Keine Aktion gegen Menschen der Region

In der Lausitz gibt es Sorgen, dass es bei den Aktionen zu Gewalt kommen könnte. Die Kohle-Gegner von „Ende Gelände“ hatten vorab per Twitter versichert, ihre Aktionen richteten sich nicht gegen die Menschen, die in der Lausitz wohnten oder beim Tagebaubetreiber Leag oder bei der Polizei arbeiteten. 

Im Lausitzer Revier sind mehr als 20 Mahnwachen und Versammlungen angemeldet. Der neue brandenburgische Innenminister Michael Stübgen (CDU) will sich am Wochenende in der Lausitz ein Bild von der Lage machen.

Auch im Leipziger Revier wollen Klimaaktivisten mit Mahnwachen, Menschenketten und Blockaden protestieren. Die Veranstalter rechnen mit mehreren hundert Demonstranten. Die Polizei warnte die Teilnehmer davor, die Tagebaugebiete zu betreten. Es könne lebensgefährlich und auch strafbar sein, dieses Gelände zu betreten, hieß es. (dpa)



Aktivisten sind an ihrem Ziel angekommen


Greta Thunbergs „How dare you“ wird zitiert

Die Pressesprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände, Sina Reisch, erklärt, dass sie den „dringend benötigen“ Systemwandel in ihre eigenen Hände nehmen, wenn die Regierungen versagen. „Wir wagen es, selbst für Klimagerechtigkeit zu kämpfen“, schreibt sie in Anspielung auf Greta Thunbergs Frage an die UN-Redezitat: „Wie könnt ihr es wagen?“.

When governments fail to act, #WeDare to fight for climate justice ourselves. @GretaThunberg was right to ask #HowDareYou! We’re blocking the coal industry today, to take the System Change, which is so desperately needed, into our own hands. #EndeGelaende #AlleGegenKohle https://t.co/opDWe7ccEn


Sina Reisch on Twitter (@sinachom)


Ende Gelände beim Aufbruch zum Protest

Der frühe Vogel… legt Kohleinfrastruktur lahm. Finger Lila/Grün ist aufgebrochen. Rot sammelt sich am Hbf Berlin, Grün in Dresden. Weitere Finger formieren sich. Leipzig wacht langsam auf. Das wird groß! #AlleGegenKohle #EndeGelaende


Ende Gelände on Twitter (@ende__gelaende)


4000 Aktivisten unterwegs zu Kohlerevier-Blockade

Tausende Klimaaktivisten der Bewegung Ende Gelände sind am Samstagmorgen zu einer Blockade des Lausitzer und des Leipziger Kohlereviers aufgebrochen. 

Rund 4000 Menschen aus Dresden, Leipzig und Berlin sind nach Angaben von Ende Gelände unterwegs, um die Infrastruktur in den beiden Revieren blockieren. Die Aktivisten protestieren damit gegen die Klimapolitik der Regierung.

„Wir befinden uns an einem kritischen Punkt – das Zeitfenster, um die Klimakrise zu stoppen, schließt sich rapide“, erklärte Sprecher Johnny Parks. Nach den bundesweiten Klimaprotesten am Freitag gehe die Bewegung nun einen Schritt weiter und leiste zivilen Ungehorsam, fügte Sprecherin Sina Reisch hinzu.  „Während wir handeln, diskutiert die Bundesregierung ein vollkommen unzureichendes Kohleausstiegsgesetz. Leider hat dieses politische Versagen System.“

Die Polizei ist in der Lausitz mit vielen Kräften aus mehreren Bundesländern im Einsatz. 

Die Aktivisten verlangen, sofort aus der Kohleverstromung auszusteigen. Ziel der Bundesregierung ist ein Kohleausstieg bis spätestens 2038.

In der Region gibt es Sorgen, dass es bei den Aktionen zu Gewalt kommen könnte. Die Kohle-Gegner von „Ende Gelände“ hatten vorab per Twitter versichert, ihre Aktionen richteten sich nicht gegen die Menschen, die in der Lausitz wohnten oder beim Tagebaubetreiber Leag oder bei der Polizei arbeiteten. 

Im Lausitzer Revier sind mehr als 20 Mahnwachen und Versammlungen angemeldet. Der neue brandenburgische Innenminister Michael Stübgen (CDU) will sich am Wochenende in der Lausitz ein Bild von der Lage machen. (AFP/dpa)



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