Bedingungsloses Grundeinkommen – dann geht doch niemand mehr arbeiten

Wenn alle einfach so Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten, dann geht doch niemand mehr arbeiten. Außerdem: Wer macht dann die Drecksarbeit?

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14 thoughts on “Bedingungsloses Grundeinkommen – dann geht doch niemand mehr arbeiten

  1. Dein Kommentar zur Drecksarbeit finde ich sehr gut. Wenn wir mehr Leuten halbtagsarbeit (durch Grundeinkommen) und Ähnliches mehr zur Verfügung stellen, werden sich weniger Leute gezwungen sehen sich kaputtzuarbeiten, psychisch wie körperlich. Es gibt nunmal sehr anstrengende Arbeit, die nicht adequat vergütet ist (Pfleger, Betreuer, etc.)

  2. Die ganzen Argumentationen über das BGE sind zwar alle richtig und bin auch absolut dacore, aber das Problem ist, dass es tatsächlich eingeführt werden muss.
    Klar ich höre auch gern die plausiblen Worte eines Richard David Prechts an, oder die Aussagen eines Götz Werners … so lange das BGE nicht eingeführt wird, bleibt nun mal
    Ironie on
    Das HartzIV die einzige soziale Unterstützung
    Ironie off
    Ich habe die Befürchtung, dass erst mal was ganz schlimmes passieren muss, bevor die Politiker darüber ernsthaft debattieren – und ich vermute dass die Corona-Kriese dafür nicht ausreicht. Kann aber diesbezüglich mich auch hoffentlich irren.

  3. Wenn wir für Geld nicht mehr arbeiten müssen, dann suchen wir Sinnhaftigkeit im Leben. Mit Menschen für Menschen.
    In Zukunft werden Maschinen die körperlichen Arbeit verrichten. Hoffentlich

  4. Man kann dann endlich arbeiten was einem gefällt.. Und man kann, wenn man zusätzlich arbeitet, sich einfach noch was dazu zu verdienen.. Und das Ehrenamt nicht zu vergessen, dass es ja sowieso schon reichlich gibt 🙏 🎈

  5. Tut mir leid aber , dann hast du Hartz 4 falsch verstanden , definitiv!
    Deine Aussage wenn du keinen Bock auf Arbeit hast kriegst du Hartz 4. Mit der Einstellung kriegst du höchstens 💯 Prozent Sanktion.
    Du musst per Handy per Email erreichbar sein. Sonst Sanktionen..
    Aus dem Stadt Ausflug machen zum Nachbarstadt ohne Ausreisegenehmigung keine Chance. Die meisten die Hartz 4 bekommen haben einen gesundheitliches Problem oder tragischer Schicksal , oder zu alt für das Arbeitsmarkt. Keiner den ich kenne der Hartz 4 bekommt ist glücklich oder zufrieden mit der Situation. Einen ständigen Vormund zu haben ist nicht schön, obwohl man erwachsen ist.
    Aber trotzdem toller Beitrag.
    OK du meinst nur den einen Teil der wirklich keinen Bock auf Arbeit hat, aber selbst die haben es nicht leicht… Danke

  6. Ein altes Sprichwort lautet: Wer rastet der rostet.
    Darauf (auf das Rosten der Wirtschaft) wird ein bedingungsloses Grundeinkommen hinauslaufen. Ich sehe es an meinem eigenen Arbeiten – wenn ich nicht rechtzeitig einen "Arschtritt" meines Lebenspartners erhalte fange ich später mit meinen Arbeiten an und bin ineffizienter.
    Und bezüglich der Finanzierbarkeit werden wir uns umschauen wie hoch bzw. niedrig (auch regional bezogen) dieses Grundeinkommen bzw. die Abgabenlast der dann noch Arbeitenden sein wird. Zwar werden unbeliebte Jobs durch dann zwangsweise höhere zu zahlende Löhne "aufgewertet" jedoch sind diese meist im Dienstleistungsbereich und belasten damit insbesondere ein Grundeinkommen. Mehr "Lebensqualität" heißt weniger produktive Arbeit. Und was (z.B. [Kranken-] Versicherung) muss man aus dem Grundeinkommen alles selbst finanzieren?
    Wir werden es bereits bei der Finanzierung der Grundrente erleben wie solche Sozialexperimente wegen Undurchdachtheit in die Hose gehen …

    Und – dann gilt erst recht: Grenzen dicht!!!
    Eine Einwanderung in unser Sozialsystem scheint auf den ersten Blick dann ja noch verlockender – es sei denn der Zusammenbruch unseres Landes ist dann Realität. Anscheinend wollen das viele ja…

  7. Vielen Dank für Deine guten Gedankenanstöße! Ich möchte noch darauf hinweisen, dass in den nächsten Jahren ganz viele Tätigkeiten durch die Digitalisierung wegfallen werden. Die jetzt systemrelevanten Kassiererinnen werden wegrationalisiert. Es werden aber auch viele Jobs in Banken, Versicherungen und sogar der Justiz wegfallen. Arbeit wie wir es kennen, wird sich massiv verändern. Und nicht jeder hat das Potenzial zum Programmierer. Allein schon deswegen brauchen wir das Grundeinkommen. Und ich glaube auch, dass es dazu beitragen kann, dass wir unsere wahren Talente entfalten können. Und Jobs, auf die vermeintliche Leistungsträger so gerne herabschauen, müssen dann einfach besser bezahlt werden. Dann finden sich auch Leute. Nicht jeder will mit 1000 € rumkrepeln.

  8. Ich teile zu 100 Prozent deine Meinung! Alleine die Tatsache, dass man oftmals gezwungen ist einen Job jahrelang auszuüben, obwohl er einen auf Dauer krank macht und das nur des Geldes wegen. Richtig!Ich bin auch überzeugt davon, dass freiwillig einer sinnvollen Arbeit, wie auch immer diese für jedes Individuum aussieht,nachzugehen um ein tausendfaches erfüllender und Glück bringender wäre. Man sieht wo der Kapitalismus uns hingeführt hat. Sehr viele von uns verrichten ihre Arbeit nach einer längeren Zeit freudlos und leidenschaftlos. Der ganze Druck, der Stress ist eine permanente psychische Belastung in vielen Berufsfeldern. Man erledigt stupide die erforderlichen Arbeiten, oft bleibt da keine Zeit für Nettigkeiten. Kollegen unterstützen, wenn man selbst nicht weiß wie man mit so viel Aufgaben zurecht kommen soll, ist oft nicht möglich. Irgendwann wächst einem alles über den Kopf. Hilfsbereitschaft gerät dadurch oft immer mehr in den Hintergrund. Auf der anderen Seite werden Egoismus und eine Ellenbogen Mentalität belohnt, sogar von vielen Arbeitgebern gern gesehen (meiner Erfahrung nach). Wirklich traurig das Ganze!

  9. Stellt sich die Frage wer dies finanziert, oder besser gefragt wer da "federn lassen müßte" wenn sich dies durchsetzen würde…diejenigen werden in jedem Fall die Gegner sein….zu viel finanzielle Freiheit des Einzelnen schadet der Wirtschaft…

  10. Als absoluter Befürworter des Grundeinkommens, halte ich trotzdem diese Umfragen für verzerrt. Ich glaube, dass die Befragten überwiegend nicht wissen, was sie tatsächlich tun werden, wenn sie jetzt nicht mehr abhängig sind von der Arbeit. Eine Fragestellung wie: "Würden Sie mit einem GE weiterhin Ihrer jetzigen Arbeit nachgehen?" halte ich für sehr interessant. Die Kritiker sehen ja die Gefahr darin, dass unsere Produktivität nicht mehr gewährleistet ist.

    Heute habe ich den Begriff des Grundauskommens gehört. Die Dame argumentierte, dass durch "Einkommen" automatisch eine Gegenleistung erwartet wird. Mir gefällt Auskommen tatsächlich auch besser.

    Und letzter Punkt, da auch die Befürworter immer wieder vom "Geld fürs Nichtstun" sprechen. Das ist falsch. Man bekommt nicht Geld fürs Nichtstun. Man bekommt Geld, ob man damit Nichts tut oder nicht, ist jedem selbst überlassen.

    beste Grüße und vielen Dank für deine interessante Stellungnahme. 🙂

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